„Jesus ist mein Impfstoff “ ist christliches Unwort des Jahres 2021

Berlin (tl) – Die deutschsprachige Community hat entscheiden. „Jesus ist mein Impfstoff “ ist das christliche Unwort des Jahres 2021. In der vom Nachrichtenportal „TheoLeaks“ durchgeführten Wahl setzte sich der Begriff mit großem Abstand vor „WCHSN“, „Innerliches Mitsingen“ und „Ansteckender Glaube“ durch.

Für Branchenkenner ist der Sieg beim wichtigsten christlichen Publikumspreis keine Überraschung. Mit „Jesus ist mein Impfstoff“ gelang es einem Teil des „Leibes Christi“ Wissenschaftsfeindlichkeit und Endzeitgeilheit auf ein nie dagewesenes Niveau zu bringen. Neben dem himmlischen Immunsystem – ganz ohne staatlich gechiptes Malzeichen des Tieres – zeichnet sich der Herr Jesus auch stets für überwundene Kopfschmerzen, jeden freien Parkplatz und jede bestandene Prüfung verantwortlich. Halleluja.

Den beachtlichen zweiten Platz erreichte „WCHSN“. Mitte des Jahres startete der „Bibelserver“ eine Social-Media-Kampagne, in der Bibelverse in kurze Hashtags übersetzt wurden. Der Clou dabei: Die Vokale fehlen und müssen vom Empfänger selbst ergänzt werden. Obwohl die kontextgebende Bibelstelle „Es war Gott (…), der IHN wachsen ließ!“ kaum Raum für Spekulationen lässt, spaltete #wchsn das christliche Lager in die A- oder I-Fraktion. Die einen sind zu fromm, um überhaupt einen fleischlichen Gedanken zu haben. Diese aufrechten Christen assoziieren „Palme wedeln“ stets mit dem österlichen Einzug nach Jerusalem und erkannten standhaft nur eine der möglichen Bedeutungen. Die anderen wissen, dass Selbstliebe nicht unter der Bettdecke endet. Ähnlich imposant waren die spritzigen Reaktionen des ERF-Social-Media-Teams auf die vielen Kommentare auf ihren Kanälen. Ganz groß!

Weit dahinter landete „Innerliches Mitsingen“ auf dem dritten Platz. Die Corona-Schutzverordnungen brachten eine ganze Lobpreis-Industrie an die Grenzen des Zumutbarens. Geworshipped wurde nur aerosolfrei im Herzen. Für das „innerliche Mitsingen“ wurde scheinbar auch nur innerlich abgestimmt. Beides hört sich romantisch an, funktioniert aber nicht so richtig.

Auf dem letzten Platz findet sich mit „ansteckender Glaube“ ein alter Klassiker, der in den letzten beiden Jahren völlig neu mit Inhalt gefüllt wurde. Aus religiösen Veranstaltungen, in denen freimutig vor Gott alle Masken fallen, wurden zahlreiche Super-Spread-The-Love-Ereignisse. So wird Ihr Christsein ansteckend.

Der Sieger des letzten Jahres „Christen im Widerstand“ fand diesmal keine Erwähnung.

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