„Church“ ist christliches Unwort des Jahres 2017!

Berlin (tl) – Big Surprise beim wichtigsten christlichen Publikumspreis. Internetnutzer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben „Church“ zum christlichen Unwort des Jahres 2017 gewählt. In der vom Nachrichtenportal „TheoLeaks“ durchgeführten Wahl setzte sich der Begriff vor „Schöpfungsordnung“, „Lutherjahr“ und „Gemeinschaft haben“ durch.

Der Sieger steht prototypisch für eine neue Sprachentwicklung innerhalb der christlichen Community. Die konsequente Verwendung englischer Übersetzungen wie „Church“ ermöglicht es, verstaubte Begriffe emotional aufzuladen. Kirche: uncool! Church: cool! Eine Systematik, die sich auf vielfältige Weise etabliert hat. Statt zu langweiligen Veranstaltungen wie „Gottesdiensten“ und „Hauskreisen“ lädt der stilbewusste Christ von heute zu „Celebrations“ und „Smallgroups“.

Den beachtlichen zweiten Platz erreichte die „Schöpfungsordnung“. Diese kreative Wortschöpfung erfreute sich insbesondere als Reaktion auf die „Ehe für alle“ großer Beliebtheit. So wird mit dem Verweis auf die „Schöpfungsordnung“ auch vor weiteren Aufweichungen der Ehe bis hin zu Polygamie und Kinder-Ehen gewarnt. Also vor ganz alltäglichen alttestamentarischen Zuständen biblischer Glaubensväter, Patriarchen und ruhmreicher Könige Israels.

Knapp dahinter auf dem dritten Platz landete das „Lutherjahr“, dessen Vermarktung uns alle an die Grenzen der Belastbarkeit führte und viele zum Kauf einer neuen Luther-Bibel nötigte. In Sachen Merchandising eilten wir von Höhepunkt zu Höhepunkt. Über Socken, einem Luther-Hammer bis hin zu Gummibärchen. Andere Luther-Gummis waren hingegen nicht so gern gesehen. Die Präservative mit Sprüchen wie „Hier stehe ich …“ wurden daher vorzeitig aus dem Verkehr gezogen.

Der Evergreen „Gemeinschaft haben“, verpasste das Podium und landete auf dem vierten Platz. Die Platzierung ist insofern verständlich, da der Begriff schon längst in den natürlichen Sprachgebrauch übergegangen ist. So ruft man sich vielerorts bereits ganz selbstverständlich zu: „Hey, Jupp! Später noch in die Kneipe? Etwas Gemeinschaft haben?“

Lange Gesichter hingegen in Wetzlar. Nach der Streichung des EKD-Zuschusses musste der Vorjahressieger „idea spektrum“ einen weiteren Rückschlag hinnehmen und blieb ohne einzige Nennung!

 

 

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