Neues christliches Magazin „Schwulsein heute“ mischt den Zeitschriftenmarkt auf!

Kazyavka (shutterstock.com)

Witten (tl) – Das erste christliche Magazin für Homosexuelle steht in den Startlöchern. TheoLeaks konnte bei einem geheimen Treffen einen exklusiven Blick auf das neueste Baby der umfangreichen Produktpalette eines führenden Verlagshauses werfen.

„Wir haben Zeitschriften für fast Jedermann und Jedefrau, doch mit Schwulsein heute wollen wir einfach mal zu neuen Ufern aufbrechen!“ Chefredakteur Peer Ifer blickt uns kämpferisch an. „Jetzt heißt es, die Backen zusammenkneifen, mal Jesus bekennen und für Randgruppen da sein, und durch.“

Laut Ifer wird das neue, im Frühjahr 2018 erstmals erscheinende Magazin endlich Themen aufgreifen, die für die kleine LGBT-Community im freikirchlichen Spektrum von Bedeutung sind. Das Titelthema der ersten Ausgabe lautet: „Psychohygiene: Wie gehe ich mit Ausgrenzung in der Gemeinde um?“

Aber auch Features wie „Sieben Stylingtipps fürs Abendmahl“ oder „Identitätsdiebstahl: Die sagen, ich sei kein echter Christ!“ oder „David & Jonathan – 10 Tipps für gelingende Freundschaft“ finden Raum.  Wichtig sei immer, so Ifer, der biblische Bezug. Diese bibeltreue Grundhaltung äußere sich auch in Artikeln wie: „Der Bruderkuss – wie mache ich es richtig?“

Zum Schutz von Christen im vollzeitlichen Dienst, die nicht öffentlich zu Ihrer Sexualität stehen können wurde zudem ein anonymisiertes Aboverfahren eingeführt. „So muss niemand damit rechnen, dass sein Abo einem Coming-out gleichkommt, welches die berufliche Existenz bedroht, oder gar zum Gemeindeausschluss führt.“

 

 

 

14 Kommentare zu “Neues christliches Magazin „Schwulsein heute“ mischt den Zeitschriftenmarkt auf!

  1. Philipp Streiff sagt:

    Ja also ihr lacht jetzt aber so etwas wäre doch nicht ganz das dümmste! Weil dieses Thema in den christlichen Kreisen einfach totgeschwiegen wird…!

    • Stadtkirchner sagt:

      Von Vorgestern ist es, wenn immer noch mit Bibelstellen auf Homosexuelle eingedroschen wird, wenn über sie statt mit ihnen geredet wird.
      Sexualität ist ein Geschenk, eine gute Gabe Gottes. Niemand von uns kann sich seine sexuelle Orientierung aussuchen, kein Mensch kann sagen „Ich bin ab jetzt homo-, bi- oder heterosexuell“. Allein schon von daher ist es völlig absurd, Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung auszugrenzen, zu diskriminieren, zu be- und verurteilen bzw. zur Unterdrückung oder gar „Umpolung“ ihrer Sexualität aufzufordern. Überall dort, wo dies in den vergangenen Jahrhunderten durch die Kirche oder andere Institutionen geschehen ist, hat man schwere Schuld auf sich geladen.
      Auch die immer wieder erhobene Behauptung, Homosexuelle würden angeblich unter ihrer Orientierung leiden und sich nach Veränderung sehnen, rührt letztendlich daher, daß man ihnen ihre Sexualität – für die sie nichts können – über Jahrhunderte hinweg als „schwere Sünde“ vorgehalten und ihnen somit ein schlechtes Gewissen gemacht hat, das unendliche seelische Konflikte bis hin zu Selbstmorden hervorgerufen hat.
      Es ist wirklich höchste Zeit, sich im Sinne von „What would Jesus do?“ an Jesus ein Beispiel zu nehmen und Homosexuellen – ebenso wie Geschiedenen, Wiederverheirateten, Frauen, die abgetrieben haben und unzähligen anderen Menschen, deren Leben nicht „christlich-fromm-perfekt“ verlief, sondern die sich manche blutige Nase geholt haben, mit Liebe und Barmherzigkeit zu begegnen.
      Letztendlich gilt für uns alle das Wort „Siehe, es war sehr gut“ (1. Mose 1, 31) bzw. Psalm 139, 14 „Ich danke dir, daß ich wunderbar gemacht bin“ (ob hetero-, homo- oder bisexuell).
      Und wenn wir schon (wieder) bei Bibelstellen sind, empfehle ich Matthäus 7, 1.

      • Karl-Heinz Becker sagt:

        Eben, erst wer sich selbst eine oder mehrere blutige Nasen geholt hat, geht mit anderen verständnisvoll und barmherzig um. Ich befürchte, es gibt zu wenig blutige Nasen in unseren Kirchen und Gemeinden.

  2. Schaaf Dr.Dr., Michael-Joseph sagt:

    Ist das von vorgestern? „Männer trieben mit Männern Unzucht und erhielten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Verirrung“ Röm 1, 26-27; vgl. auch Gen 19, 1-29; 1 Kor 6, 10; 1 Tim 1, 10; ist dies von vor-gestern? Sind die Menschen jetzt Verfügungsberechtigte über die Lehre Jesu Christi und die der Apostel? „Vom Evangelium her gesehen sind sie Feinde Gottes“ Röm 11, 33-36 – das sexuelle ausleben ist eigentlich das Sündhafte oder gilt: „Sie sind von der Welt; darum reden sie, wie die Welt redet und die Welt hört sie gern“ 1 Joh 4, 5.

  3. Schaaf Dr.Dr., Michael-Joseph sagt:

    macht euch der welt nicht gleich Röm 12, 2 – Unzucht – „weder Ehebrecher noch Lustknaben, noch Knabenschänder … weren das Reich Gottes erben“ 1 Kor 6, 9. „Belügt einander nicht!“ Hos 7, 1 „Kein Wunder, denn auch der Satan tarnt sich als Engel des Lichts“ 2 Kor 11, 14 – alles von vor-gestern? Was ist mit der Wahrheit? „Denn wir können nichts wider die Wahrheit, sondern nur für die Wahrheit, tun“ 2 Kor 13, 8; Joh 5, 19.

      • Unzucht (porneia), die Paulus im Röm und Jesus in den Evangelien, bspw in der Bergpredigt, erwähnt, muss im damaligen Kontext verstanden werden, um den Texten gerecht zu werden. Der biblische Gebrauch zeigt, dass es sich um sowohl um heterosexuelle Irrungen als auch jede andere im Judentum als abnorm verstandene Form (Homosexualität, Sodomie, Transsexualität etc) von Sexualität handelt. Jesus und Paulus müssen eben auch von ihrem jüd. Background aus verstanden werden.

    • @Thomas Bretz:

      Ui.
      Im oben zitierten Römerbrief beansprucht Paulus aber für sich bspw. in Kap 1, 9.15, dass auch er das Evangelium predige.
      Schließlich behandelt er quasi das A-Z des christlichen Glaubens in diesem Brief.

      Die Überschriften über den Evangelien sind, obwohl inhaltlich vollkommen zutreffend, jedoch frühestens ab dem späten 1. Jhdt. n. Chr. nachgewiesen.

      Auch die zeitliche Nähe der Entstehung des Röm. zu den Evangelien legt, selbst für Skeptiker wie Sie, auch nahe, dass eine große inhaltliche Verzerrung des Evangeliums damals aufgefallen wäre.

      Da war wohl der Wunsch Vater des Gedankens 😉

  4. Die Bibel kennt keine Homosexualität. Diesen Begriff haben wir erst vor ca 100 jahren geprägt, das Konzept, dass Menschen gleichen Geschlechts ineinander verliebt sind, war den allermeisten Menschen bis vor wenigen Jahren weitgehend unbekannt bzw. wurde lediglich als temporäre Verirrung, oder gar Krankheit bezeichnet. Bestenfalls. Zur Nazizeit wurden zehntausene Homosexuelle hingerichtet, und in England wurde man noch vor wenigen Jahrzehnten deshalb eingekerkert. Fun fact: Verkehr unter Frauen wird in der Bibel explizit nicht behandelt, da die Vorstellung der Menschen damals beim Sex nun mal war, dass man etwas einführt… homosexualität unter Frauen ist also in ordnung, unter Männern nicht. Huh?

    Viel wahrscheinlicher ist, dass sich die Bibelstellen auf verheiratete Männer bezog, die mit anderen Männern oder Lustknaben sich vergnügen. Da ging es nicht um Liebe, nicht um Beziehung, sondern lediglich um Lustgewinn. Das mit Homosexualität gleichzusetzen ist etwa so passend, wie Heterosexualität zu verdammen, weil ja auch Unzucht mit Frauen verboten ist. Hier differenziert der Christ plötzlich: ja, nicht j glicher GV eines Mannes mit einer Frau ist verboten, nur der aussereheliche. Aber die schwulen Paare, die heiraten wollen, denen verwehren wir die Ehe… merkt keiner, wie verdreht das ganze ist?

    Also, auch wenn das nur eine Satire ist, es ist zu wünschen, dass es bald Realität wird.

    • Stadtkirchner sagt:

      Es hat ja in der Tat etwas Skurriles, daß Homosexuellen – wie immer natürlich pauschal und von Personen, deren bisherige Kontakte mit Homosexuellen sich maximal aufs „Hörensagen“ beschränken – immer unterstellt wird, daß sie permanent die Partner wechseln, beziehungsunfähig sind, nicht treu sein können, Ehe und Familie ablehnen usw…aber wenn dann zwei Männer bzw. Frauen heiraten möchten und sich damit lebenslange Treue versprechen, gibt es einen Aufschrei….verkehrte Welt…

  5. Martin Elsen sagt:

    Im AT wird von Mose das Opfern von Menschen (Babys) und Geschlechstverkehr mit Tieren als (schwere) Sünde bezeichnet. Homosexuelle Praktiken stehen in dem Zusammenhang genau dazwischen.
    3. Mose Kapitel 18

  6. Martin Elsen sagt:

    Im AT wir das opfern von Menschen (Babys) und der Geschlechtsverkehr mit Tieren als eine besonders schwere Sünde bezeichnet.
    Homosexuelle Praktiken sind genau dazwischen erwähnt

  7. Andreas B. sagt:

    Seltsam, seltsam … warum bekommen eigentlich Posts zu diesem Thema regelmäßig die meisten Kommentare? Scheint wirklich das aufregendste Thema zu sein, das die Christenheit zu bieten hat.

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